Gott macht Versöhnung möglich!

In einer Predigt über 2.Korinther 5,11-21 wies Christian Wegert, Pastor der Arche-Gemeinde in Hamburg, die Zuhörer darauf hin, dass Gott selbst der Ursprung der Versöhnung zwischen Gott und Menschen ist. Denn: Versöhnung ist möglich, weil Gott aktiv wurde und ein Gott der Vergebung ist.

Die Predigt „Mit Gott versöhnt“ kann im Predigtarchiv der  Arche als PDF heruntergeladen oder auch als Video angesehen werden.

 

Hier ein Auszug aus der Predigt von Pastor Christian Wegert:

Versöhnung ist möglich, weil Gott aktiv wurde

Wir kennen das Gefühl der Kälte, die sich nach einem heftigen Streit einstellt. Jemand muss den ersten Schritt tun und das Gespräch wiederaufnehmen. Jemand muss die Waffen strecken und die Hand reichen.

Unsere Situation als Sünder vor Gott ist absolut nicht vergleichbar mit der eines verkrachten Ehepaares. Zum einen stehen wir als Menschen nicht auf Augenhöhe mit Gott, denn wir sind Seine Geschöpfe. Er ist unendlich viel größer als wir, und die Schuldfrage ist eindeutig. Wenn jemand Versöhnung anstreben sollte, dann sind wir das, denn Gott ist ohne Sünde.

Aber unsere Schuld ist so schwer, dass jeder Zugang zu Gott versperrt worden ist. Wir haben keine Kraft, den gerechten Zorn Gottes über unsere Sünde zu stillen. Wir haben keine Möglichkeit, Seine Gerechtigkeit zu erfüllen. Wir sind die Täter. Wir wurden von Seiner Gegenwart für immer ausgeschlossen.

Die Bibel bezeichnet uns als geistlich tot in unseren Übertretungen und Sünden. Und dennoch spricht der Apostel Paulus hier von einer möglichen Versöhnung. Wie kann das sein?

Versöhnung ist nur und ganz allein möglich, weil Gott aufgrund Seiner Liebe und Barmherzigkeit für uns aktiv wurde. Die Versöhnung beginnt bei IHM. Jegliche Veränderung unserer Beziehung zu Ihm muss von Ihm ausgehen.

In anderen Religionen ist das anders. Dort ist es üblich, dass der Mensch sich Gott nähert oder versucht, Ihn durch Leistung, Werke und religiöse Übungen zu erreichen. Aber die Bibel bezeugt Gott als den, der zu den Menschen gekommen ist. Er zeigt sich uns in der Schöpfung, in unserem Gewissen, auf den Seiten der Bibel und schließlich vollständig und rettend in der Person und dem Werk Seines Sohnes. Als Jesus am Kreuz hing, wurde Er zu einer Brücke von der Entfremdung hin zur Versöhnung.

Deswegen schreibt Paulus: „Das alles aber kommt von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus“ (V.18).

Unsere Rettung beginnt immer bei Ihm. Alles, was der Apostel in Vers 14ff beschreibt – nämlich unser Heil, die neue Schöpfung, die Vergänglichkeit des Alten –, all dies kommt von Gott (V.18). Auch war es Gott, der in Christus kam: „… weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte“ (V.19). Und Gott war es auch, der die notwendigen Schritte zu unserer Versöhnung mit Ihm einleitete, „denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht“ (V.21).

Versöhnung ist also nur möglich, weil Gott gehandelt hat. Er ist der Akteur und Architekt, der die Brücke der Versöhnung über die riesige Schlucht der Trennung gebaut hat. Wir konnten es nicht tun, weil wir tot in den Übertretungen unserer Sünden waren, vollkommen unfähig, uns selbst zu retten. Tote bauen eben keine Brücken. Wir waren nicht nur verloren, nicht nur krank, sondern tot. Aber der Allmächtige kam, und Er griff ein.

Versöhnung ist möglich, weil Gott ein Gott der Vergebung ist

Ein zweiter Aspekt der Versöhnung liegt in der Tatsache, dass Gott ein Gott der Vergebung ist. Denn Versöhnung ist immer mit Vergebung verknüpft. Ohne Vergebung gibt es keine Versöhnung. Das Wunderbare ist, dass Gott sich mit uns versöhnte, indem Er unsere Sünden nicht anrechnete. „… weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete“ (V.19).

Der Segen, der auf diesem vergebenden Handeln Gottes liegt, ist kaum in Worte zu fassen. Der Psalmist drückt es folgendermaßen aus: „Wohl dem Menschen, dem der Herr keine Schuld anrechnet“ (Psalm 32,2). Oder Paulus im Römerbrief: „Selig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht zurechnet!“ (Römer 4,8).

Gott ist ein Gott der Vergebung, und nur deshalb ist Versöhnung möglich. Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die übrig geblieben sind von seinem Erbteil; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er ist barmherzig! Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen“ (Micha 7,18-19). Gott ist bereit, deine Sünden nicht gegen dich zu verwenden, denn „…er hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden“ (Kolosser 2,13).

Das ist die Botschaft: Du kannst mit Gott versöhnt werden, weil Er ein Gott der Vergebung ist.

© Christian Wegert