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Auch für das Jahr 2018 gilt: Fürchte dich nicht!

Die Missionsreisen des Apostels Paulus waren sehr kräftezehrend. In Philippi wurde er brutal geschlagen und ins Gefängnis geworfen. Aus Thessalonich musste er in der Nacht vor einer aufgebrachten Menschenmenge fliehen. In Beröa wiegelten die Feinde des Evangeliums Teile der Bevölkerung gegen ihn auf. Und wieder musste er die Stadt verlassen. In Athen wurde er zwar nicht körperlich angegriffen, aber in seinem Inneren. Als er nämlich die vielen Götzen in der Stadt sah, ergrimmte sein Geist. Die Rede, die er dann auf dem Areopag hielt, erzeugte bei seinen Zuhörern Spott und Hohn.
Und dann kam Paulus nach Korinth. Die Anstrengungen der Missionsreise mit allen physischen und geistlichen Angriffen waren nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Wie er sich damals fühlte, drückte er später in einem Brief an die Korinther so aus: „Ich war in Schwachheit und mit viel Furcht und Zittern bei euch“ (1. Korinther 2,3).
So kann es auch uns heute im Dienst für das Evangelium gehen. Wir verkündigen Jesus Christus als den Gekreuzigten und werden dafür geschmäht, verlacht und verspottet. Vielleicht erlebst du das in deiner eigenen Familie oder auf dem Arbeitsplatz. Auch im Gemeindeleben sind Rückschläge nicht selten, und manchmal sind wir entmutigt.

Fürchte dich nicht
Aber unser Herr hatte seinen Diener Paulus nicht vergessen. In einer Nachtvision sprach Er zu ihm: „Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!“ (Apostelgeschichte 18,9).
Dieses „Fürchte dich nicht“ gilt nicht nur dem großen Apostel, sondern jedem Kind Gottes. Denn diesen Zuspruch finden wir oft in der Bibel. Zu Abraham sagte der Herr: „Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn!“ (1. Mose 15,1).
Als Hagar mit ihrem Sohn in die Wüste getrieben worden war und sie keine Hoffnung mehr für ihr Leben hatte, sagte der Herr ebenfalls zu ihr: „Fürchte dich nicht!“ (1. Mose 21,17). Und als Josua der Nachfolger von Mose werden sollte und er aufgrund der großen Aufgabe und Verantwortung zitterte, sprach Gott zu ihm: „Fürchte dich nicht und erschrick nicht!“ (5. Mose 31,8). Auch als die Jünger in Seenot waren, kam der Herr Jesus zu ihnen über das Wasser und sagte: „Fürchtet euch nicht“ (Matthäus 14,27). Und am Ostermorgen hörten die Frauen am leeren Grab Jesu die Worte des Engels: „Fürchtet euch nicht!“ (Matthäus 28,5). Zu Beginn dieses neuen Jahres ruft der Herr auch dir ganz persönlich diese Mut machenden Worte zu. Denn Er kennt dich und deine Sorgen und will dich gerne trösten, so wie Er es mit dem niedergeschlagenen und erschöpften Paulus in Korinth tat.

1. Denn ich bin mit dir!
Aber warum sollte Paulus sich nicht fürchten? Der Herr nannte ihm drei Gründe. Zuerst sagte Er: „Fürchte dich nicht, … denn ich bin mit dir“ (Apostelgeschichte 18,10). Was gibt es für einen größeren Zuspruch als die Zusage, dass der Herr selbst mit uns ist! So hat Er es uns ja auch verheißen, als Er sagte: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage!“ (Matthäus 28,20). Wenn der Herr mit uns ist, dann ist Er nicht fern, sondern uns ganz nahe. Er sagt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein“ (Jesaja 43,1-2).

2. Niemand soll dir schaden
Und weiter sagte der Herr zu Paulus: „Fürchte dich nicht, … niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden“ (Apostelgeschichte 18,10). Das erinnert mich an Schulkinder, die sich oft einen großen Bruder wünschen. Durch ihn fühlen sie sich vor bösen Kameraden sicher, weil sie ja einen starken Jungen zur Hilfe rufen können. Wenn dieser dann kommt, ermahnt er die Angreifer, dass sie sich unterstehen sollen, seinem Geschwisterkind zu schaden. Als Kinder Gottes haben wir weit mehr als einen irdischen „großen Bruder“ – nämlich den ewigen und allmächtigen Vater im Himmel. Auf Ihn dürfen wir uns berufen, denn Er sagt: „Niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden!“ Er ist unser Schutz und unsere Hilfe, darum brauchen wir uns nicht zu fürchten!

3. Ein großes Volk in dieser Stadt!
Aber diese beiden wunderbaren Zusprüche sind noch nicht alles. Unser Herr legte zur Ermutigung für Seinen Diener Paulus noch eine Zusage obendrauf: „Fürchte dich nicht, … denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt!“ (V. 10). Das muss dem Apostel gutgetan haben. Im Moment war von dem großen Volk in Korinth ja noch nicht viel zu sehen. Als er dort ankam, gab es so gut wie keine Christen. Doch nach und nach bekehrten sich Menschen, und es sollten immer und immer mehr werden. Sollte dies geschehen, weil Paulus so clever evangelisierte oder so eloquent predigte? Nein, es sollte geschehen, weil Gott selbst sich in Korinth Menschen zur Rettung erwählt hatte. Für den Herrn war das große Volk Gottes in Korinth schon beschlossene Sache, denn Er sagte: „Ich habe ein großes Volk in dieser Stadt!“ Deswegen konnte Paulus voller Zuversicht den Dienst am Evangelium fortsetzen, denn der Herr hatte bereits dort Menschen das ewige Leben verordnet (Apostelgeschichte 13,48).
An dieser Zusage Gottes wollen wir im neuen Jahr festhalten. Wir brauchen uns nicht zu fürchten, denn der Herr ist mit uns, Er ist unser Schutz, und Er hat ein großes Volk in den Städten und Ländern dieser Welt – und gewiss auch in deiner Familie. Deswegen setzen wir voller Zuversicht und Vertrauen die Arbeit fort und wollen reden und nicht schweigen.

Christian Wegert

 

Dieser Artikel ist in der Jannuar Ausgabe 2018 der Taube (kann <hier> kostenlos bestellt werden), dem monatlichen Nachrichtenblatt der Arche, erschienen.