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Das Amt eines Ältesten – Die Herde weiden

Als sich Paulus auf dem Rückweg seiner dritten Missionsreise befand, machte er halt in Milet, in der Nähe der Stadt Ephesus. Der Heilige Geist hatte ihm gesagt, dass in Rom die Gefangenschaft auf ihn wartet. Also war dies die letzte Gelegenheit , die Ältesten der Gemeinde von Ephesus zusammenzurufen. Er wollte sie unbedingt noch einmal sehen und sie an ihren Dienst erinnern. Die Gemeinde lag dem Apostel sehr am Herzen. Er liebte sie, weil Jesus sie geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat. Diese Liebe zu dem, was seinem Herrn so wertvoll ist, wird in diesen letzten Worten, die er an die Ältesten richtet, sichtbar. Denn er spricht über ihren Leitungsdienst in der Gemeinde. Paulus wollte die Gemeinde Jesu unbedingt in guten Händen wissen.
Was genau gab Paulus den Ältesten in den letzten Stunden der Gemeinschaft mit auf dem Weg? Wie sollen sie ihren Dienst als Leiter der Gemeinde ausführen?

 

1. Ein Ältester ist ein Mann des Evangeliums

Paulus Rede an die Ältesten beginnt mit den Worten: „Ihr wisst, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich Asia betrat, die ganze Zeit unter euch verhalten habe, … und wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was nützlich ist, sondern es euch verkündigt und euch gelehrt habe, öffentlich und in den Häusern…“ (Apg. 20:18+20).
Mehr als alles andere sind Älteste dazu aufgefordert, das Wort Gottes treu zu predigen und zu lehren. Sei es öffentlich auf der Kanzel oder in kleineren Gruppen und in den Häusern.
Seine Aufforderung lautet also: Seid Männer des Evangeliums! Ein Ältester preist nicht sich selbst, seine Qualifikationen, seine akademischen Errungenschaften, seine Eloquenz oder sein äußeres Erscheinen, sondern Christus den Gekreuzigten. Er muss ein Mann des Evangeliums sein, weil es im Kern um Jesus Christus geht.

 

2. Ein Ältester achtet auf sein persönliches Leben mit Gott

Nachdem Paulus die Ältesten daran erinnert hat, welche ihre erste Aufgabe in der Gemeinde ist, ermahnt er sie: „So habt nun acht auf euch selbst…“  (Apg. 20,28).
Wenn ein Leiter einer Gemeinde sein eigenes geistliches Wohlergehen vernachlässigt, dann wird er sich ganz automatisch auch nicht um den geistlichen Zustand anderer kümmern.
Am Bedeutendsten für das geistliche Wachstum der Gemeinde sind nicht ausgeklügelte Strategien, Lehrprogramme oder eine herausragende Leiterqualifikation, sondern der geistliche Zustand der Leitung.
Deshalb gab Paulus seinem Schüler Timotheus folgendes mit auf den Weg: „Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; bleibe beständig dabei! Denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst retten als auch die, welche auf dich hören“ (1. Tim. 4,16).

 

3. Ein Ältester hütet die Herde

Ein Ältester ist auch Hüter der Herde, denn Paulus sagt: „So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten“ (Apg. 20,28). Sie sind Hirten der Herde. Viele haben dabei ein sehr verklärtes Bild vom Hirtendienst. Er hat wenig mit immer friedlichen, zufriedenen Schafen und Sonnenuntergangsstimmung zu tun. Die Herde zu hüten, ist eine anspruchsvolle und herausfordernde Aufgabe. Schafe werden von allerlei Parasiten befallen, die sich in ihrer Wolle einnisten. Oft werden sie krank, blöken rum und müssen behandelt werden.
Und doch ist die Herde kostbar. Sie wurde zu einem sehr hohen Preis erworben.
Das Kreuz steht auch hier im Zentrum des Denkens. Was hat es Christus gekostet, diese Herde zu erwerben? Sein eigenes, kostbares Blut. Einen höheren Preis kann niemand bezahlen.
Daher ist es ein großartiges Privileg, die Herde Gottes zu hüten.

 

4. Ein Ältester wehrt Angriffe ab

Ein Hirte hat aber nicht nur die Aufgabe, die Herde zu hüten, sondern sie auch gegen Angriffe zu verteidigen. Ein gewissenhafter Ältester oder Pastor nimmt seine Aufgabe ernst. Er ist wachsam und legt sich nicht zum Nickerchen hin, ohne vorher die Umgebung auf Gefahren hin geprüft zu haben. Paulus war sich der Gefahr für die Herde bewusst, deshalb sagte er zu den Ältesten von Ephesus: „Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen“ (Apg. 20,29).
Es sind Wölfe, die von außen angreifen aber auch Wölfe, die sich als Schafe getarnt in die Gemeinde einschleichen. Sie gewinnen das Vertrauen der Herde sind aber spalterisch. Wenn sie entlarvt werden, reißen sie manch eines der Schafe mit sich. Daher sind geistliche Leiter ein Geschenk Gottes an die Gemeinde, denn Gott  selbst „hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer“ (Epheser 4,11).
Ihre Aufgabe ist es, sich schützend vor die Herde zu stellen

 

5. Ein Ältester arbeitet nicht für eigenen Gewinn

Ein weiteres wichtiges Kriterium für einen Ältesten ist der Umgang mit Geld. An vielen Stellen lehrt die Bibel, dass die, die für das Evangelium arbeiten, auch versorgt werden sollen. Dennoch ist ein Hirtendienst, Aufseheramt, bzw. Pastorendienst kein normaler Job.  Ein Hirte wird von Gott eingesetzt und er soll vor allem Gott dienen und die Herde versorgen. Paulus hat sich dabei weder selbst bereichert noch sich ein angenehmeres Leben verschafft. Er hat sogar neben seinem Dienst für seinen Lebensunterhalt gearbeitet, ohne der Gemeinde auf der Tasche zu liegen. Er sagt:
Silber oder Gold oder Kleidung habe ich von niemand begehrt; ihr wisst ja selbst, dass diese Hände für meine Bedürfnisse und für diejenigen meiner Gefährten gesorgt haben. In allem habe ich euch gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen soll, eingedenk der Worte des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist glückseliger als Nehmen!“ (Apg. 20,33-35).
Paulus will damit kein neues Gesetz aufstellen, denn wer für das Evangelium arbeitet, soll davon auch leben können (1. Kor. 9,13-14). Aber er gibt hier ein Beispiel dafür, dass es einem Hirten in aller erster Linie um seinen Dienst und nicht um den Verdienst gehen soll.

 

6. Ein Ältester vertraut Gott und dem Wort seiner Gnade

All diese Anforderungen an einen Ältesten oder Pastor machen uns klar, um was für ein Amt es sich hier handelt. Es ist ein fordernder, aber überaus wertvoller Dienst. Kein Mann kann aus eigener Kraft diese Aufgabe Gott wohlgefällig ausüben. Paulus ist sich dessen mehr als bewusst und lässt deshalb die Ältesten nicht allein mit Aufforderungen zurück, sondern mit einer großen Ermutigung: „Und nun, Brüder, übergebe ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, das die Kraft hat, euch aufzuerbauen und ein Erbteil zu geben unter allen Geheiligten“ (Apg. 20,32).
Mit anderen Worten: „Ihr lieben Brüder, Gott setzt euch als Älteste über die Gemeinde und erwartet von euch, dass ihr diesen Dienst treu ausführt. Aber er hat bereits alles getan, damit ihr die Kraft und die Fähigkeit habt, es auch zu schaffen“. Er lenkt sie zur alleinigen Quelle ihrer Hoffnung. Er führt sie zu Gott, der allein ihr Versorger ist. Er wird sie auferbauen. Wie dringend hatten sie das doch nötig. Und wie sehr brauchen auch wir das heute.

 

(Dies ist ein Auszug aus der Predigt „Das Amt eines Ältesten – Die Herde weiden“ vom 18.02.2018. Die ganze Predigt können sie HIER anhören.

Das Arche Pastoren Kolleg – Vorlesungsmodule 2017

Das Pastoren Kolleg der Arche ist eine Einrichtung, die junge Männer auf einen pastoralen Dienst vorbereiten und Pastoren in ihrer Arbeit stärken möchte. Dadurch wollen wir unser Anliegen fördern, evangeliumszentrierte Gemeinden zu gründen und bestehende zu unterstützen.
Die Vorlesungsmodule sind biblisch und theologisch fundiert, wodurch die Studenten in der gesunden Lehre des Wortes Gottes gut gegründet werden. Ziel ist es, Pastoren auszubilden, die das Evangelium von Jesus Christus leben und lehren.
Junge Männer, die einen Ruf für den geistlichen Dienst verspüren, und Pastoren sind herzlich eingeladen, sich unter der e-Mail Adresse pastorenkolleg@arche-gemeinde.de zu melden. Gerne führen wir ein Gespräch über eine erste Teilnahme als Gaststudenten am Arche Pastoren Kolleg.

Vorlesungsmodule 2017

Altes Testament Teil 2
27. – 31. Januar 2017 
mit Pastor Dr. Iain Duguid,
Prof. am Westminster Theolog. Seminar

Persönliches Wachstum
24. – 25. März 2017 mit Pastor Markus Kniesel,
Arche Hamburg

Islam
27. – 28. März 2017 mit Titus Vogt,
Martin Bucer Seminar, Hamburg

Systematische Theologie Teil 4
14. – 18. Juli 2017 
mit Pastor Jeff Purswell,
Pastors College Sovereign Grace Gemeindebewegung

Pastorale Briefe
08.-12. September 2017 
mit Dr. Ray Van Neste,
Prof. Biblische Studien am R.C. Ryan Centre

Hinweis:
Teilnahme nach Rücksprache mit Pastor Markus Kniesel unter
pastorenkolleg@arche-gemeinde.de

Der Flyer kann <hier> heruntergeladen werden