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Ein Widerspruch mit Folgen

„Wer ist der Größte?“ Diese Frage beschäftigte die Jünger Jesu (Markus 9, 33 ff). Dabei interessierte sie weniger die Körpergröße als vielmehr die Größe des eigenen Ichs, die Sehnsucht nach Anerkennung. Werfen wir einen Blick auf die heutige Gesellschaft, müssen wir feststellen, dass sich in diesem Punkt nicht viel verändert hat. Das Streben nach Ansehen hat lediglich neue Formen angenommen. Vielleicht vergleichen wir nicht mehr unsere Hektar Land oder unsere Schafsherden, dafür dreht sich jedoch alles um Follower, Likes und Hashtags. 

Die sozialen Netzwerke treffen einen Nerv in unseren Herzen. Sie ermöglichen uns, das Leben genauso zu präsentieren, wie wir es wollen: glückliche Beziehungen, perfekte Kinder, traumhaftschöne Urlaubsreisen und ein tadelloses Aussehen. Natürlich würde niemand auf die Idee kommen, eine Fotosession zu initiieren, wenn alles drunter und drüber geht, die Kinder sich gegenseitig an den Haaren ziehen, ein Ehestreit ausbricht und die unbezahlten Rechnungen den Schreibtisch bedecken. Wir sehnen uns nach Bewunderung. Wir wollen die Größten sein. Es ist, als befänden wir uns auf dem größten Maskenball der Geschichte. 

Aber bei Jesus ist es ganz anders. Gottes Reich braucht keine stolzen, sondern demütige Menschen. Die Lehre der Bibel steht im Widerspruch zur Welt: „Wenn du der Erste sein willst, sei der Letzte.“ Der Ego-Trip ist die Verliererstraße. Stolz dreht sich nur um sich selbst. Wenn wir aber von uns wegschauen, auf Jesus, leben wir zielorientiert und kommen vorwärts. In Demut liegt die Kraft, mit der Gott arbeitet.  

Die aktuelle Predigt von Pastor Wolfgang Wegert aus der Markus-Serie ist jetzt im Arche-Predigtarchiv und auf iTunes verfügbar.  

Eine unsichtbare Realität

„Weiche von mir, Satan!“, sagte Jesus voller Ernst und sah dabei Seinen geliebten Jünger Petrus an. Ein verstörender Moment in der Bibel. Wie konnte Jesus Seinen Jünger mit „Satan“ ansprechen? Wenige Verse zuvor war alles harmonisch. Petrus erkannte auf wunderbare Weise Jesus‘ wahre Identität: Sohn des lebendigen Gottes (Matthäus 16,6). Die Freude war groß, doch dann begann Jesus das erste Mal deutlich von Seinem bevorstehenden Tod zu sprechen. Diese Ankündigung löste in Petrus etwas aus. Sein geliebter Herr sollte sterben? Das konnte und wollte er nicht akzeptieren. In seiner impulsiven Art nahm er Jesus beiseite und „fing an, ihm zu wehren“ (Markus 8,32). Aber Jesus war mit einem Auftrag auf diese Erde gekommen. Am Kreuz sollte Er „der Schlange den Kopf zertreten“ (1. Mose 3,15). Diese Mission galt es auszuführen. Und das wusste der Teufel. Er versuchte alles, um Jesus aufzuhalten. Dafür machte er auch vor dem engsten Jünger nicht Halt.

Petrus erkannte nicht, was gerade passierte. Seine Motivation war nicht, gemeinsame Sache mit dem Teufel zu machen. Stattdessen war es sein Anliegen, Jesus vor dem Kreuz zu bewahren. Er meinte es gut, aber er dachte menschlich. Ihm fehlte die göttliche Perspektive. Der Blick auf die unsichtbare Realität. 

Ebenso stehen auch wir immer wieder in Gefahr, menschlich zu denken. Oft neigen wir dazu, nur nach unserer eigenen Vernunft, unseren Gefühlen oder Vorstellungen zu handeln. Dabei vergessen wir, dass Gott ganz andere Gedanken, höhere Gedanken im Sinn haben könnte. Hinter allem, was Christen erleben, steckt auch ein unsichtbarer, geistlicher Kampf. Darum sollte unser tägliches Gebet sein, nicht menschlich, sondern göttlich zu denken.

Eine kurze Zusammenfassung der aktuellen Predigt „Nicht menschlich, sondern göttlich denken“ von Pastor Wolfgang Wegert. Die Audio-Datei ist im Arche-Predigtarchiv verfügbar.

Heute startet die Konferenz!

Endlich ist es soweit: Um 14:00 Uhr beginnt der erste Vortrag der diesjährigen Arche Eckstein-/Evangelium 21-Konferenz. Parallel können Sie die Predigten über unseren Livestream auf Facebook oder auf der Arche-Website verfolgen. Das Programm der Konferenz finden Sie hier.

Wir freuen uns sehr auf die kommenden Tage und wünschen allen Teilnehmern – sei es vor Ort oder über den Livestream – Gottes Segen!

NEU: Die Arche auf Youtube

Ab sofort sind die aktuellen Fernsehpredigten nicht nur auf der Arche-Website, sondern auch auf unserem neuen Youtube-Kanal zu finden. Derzeit beschränkt sich die Clip-Auswahl noch auf die Reihe Das erste Buch Mose. Mit dem Start der neuen TV-Predigtserie „Nehemia“ können ab Oktober alle neuen Sendungen auf Youtube angesehen werden – immer und überall. Jetzt abonnieren, streamen und kommentieren!

Youtube: Gemeinde und Missionswerk Arche e.V.

Ist Jesus zu hart?

„Meine Tochter ist schlimm von einem Dämon besessen! Bitte befreie sie!“, flehte die Frau und warf sich vor Jesus auf den Boden. Sie war nicht die Erste, die mit ihrem Herzensanliegen zum Sohn Gottes kam. Aber sie war keine Jüdin, sondern Syrophönizierin.

Wie reagierte Jesus auf das Flehen der „Heidin“? Entgegen der liebevollen Worte, die er sonst für die verzweifelten Menschen fand, begegnete er der Frau in Markus 7, 27 sehr abweisend. Er verglich sie sogar mit einem Hund: „Lass zuvor die Kinder satt werden! Denn es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden hinwirft!“

Jesus machte unmissverständlich klar: „Heilung gilt den Juden, nicht den Heiden. Nicht dir.“ Harte Worte. Der Sohn Gottes war die einzige Hoffnung dieser Frau und Er verwehrte ihr das Wunder. Doch es ist nicht das Ende der Geschichte.

Welche biblische Wahrheit verbirgt sich hinter der scheinbar hartherzigen Zurückweisung und was bedeutet diese für uns persönlich? Die aktuelle Predigt von Pastor Wolfgang Wegert ist jetzt als Podcast auf der Arche-Website oder in iTunes verfügbar.

Ich tat nichts – das Wort tat alles

Das neue Jahr steht ganz im Zeichen von 500 Jahren Reformation. Kirche, Politik und Gesellschaft erinnern mit verschiedenen Ausstellungen, Konzerten und Gottesdiensten an den Thesenanschlag in Wittenberg. In dem umfangreichen Veranstaltungskalender des Jubiläumsjahres mag manch wertvoller Beitrag hinsichtlich dieses historischen Ereignisses zu finden sein. Doch es fällt auf, dass das wesentliche Anliegen der Reformatoren heute leider kaum noch berücksichtigt wird. Ihnen ging es in erster Linie doch nicht um politische oder gesellschaftliche Veränderungen, sondern um einen geistlichen Aufbruch zurück zum Wort Gottes. Denn als Martin Luther die 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte, gab es in Europa kaum noch Prediger des wahren Evangeliums. Die Kanzel war von der römisch-katholischen Kirche zur Nebensache degradiert worden. An erster Stelle standen die heilige Messe, Rituale und Zeremonien. Auslegende Predigten von biblischen Texten waren dagegen völlig verloren gegangen. In den Gottesdiensten gab es kurze lateinische Ansprachen, die die Mehrheit der Besucher nicht verstehen konnte. Martin Luther klagte: „Gottes Wort wurde zum Schweigen gebracht, nur noch das Lesen und Singen ist der Kirche geblieben. Dies ist der schlimmste Missstand. … Ein Wust an unchristlichen Fabeln und Lügen, Legenden und Hymnen wurde eingeführt, sodass es mir graust.“[1] Dies war der düstere Zustand der damaligen Kirche.

Die Wiederbelebung der Predigt tut not

Das erinnert uns an die heutige Zeit. Auf vielen Kanzeln unseres Landes ist das Wort Gottes erneut zur Nebensache geworden. Statt es glaubensfördernd zu predigen, wird es infrage gestellt. Oft wird es von Anekdoten, Gedichten und Liedtexten derart an den Rand gedrängt, dass es kaum noch Beachtung findet. Die Bibel wird als ein gewöhnliches Buch unter vielen betrachtet, aber selten als die Stimme des lebendigen Gottes. Diese Entwicklung ist tragisch. Die Folge davon ist, dass die Menschen sich vom Herrn abwenden und von Ihm und Seinen guten Geboten nichts mehr wissen. Es bricht uns das Herz, diese geistliche Entwicklung in Deutschland zu sehen und zugleich zu wissen, dass unser Land ohne Jesus Christus verlorengeht. Aber woher sollen die Menschen denn von dem Sohn Gottes wissen, wenn niemand da ist, der ihnen von Ihm erzählt? „Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?“ (Römer 10,14). 500 Jahre nach der Reformation brauchen wir dringender als je zuvor eine Wiederbelebung der Verkündigung, denn der Glaube kommt aus der Predigt, „die Predigt aber durch die Verkündigung des Wortes Gottes“ (Römer 10,17).

Dieses Anliegen brennt uns als Arche auch für das neue Jahr auf dem Herzen. Mit Gottes Hilfe möchten wir weiter „das Wort predigen“ – nicht nur in Kirchengebäuden, sondern auch im Fernsehen und im Internet. TV-Geräte, Laptops und Smartphones sind die Marktplätze von heute, auf denen die Menschen viel Zeit verbringen. Dort, wo sie sind, wollen wir sie mit dem Evangelium erreichen und auch in 2017 an diese modernen Hecken und Zäune gehen und das Wort Gottes predigen.

Inhalt der Predigt muss die Bibel sein

Die Reformation war also zuallererst eine Wiederbelebung der Verkündigung. Doch wir müssen beachten, dass es sich dabei nicht einfach um einen größeren Redeanteil des Pastors im Gottesdienst handelte. Entscheidend war der Inhalt der Predigt. Diesen bezogen die Reformatoren aus der Bibel. John Brodarus, ein Professor des 19. Jahrhunderts, schrieb dazu: „Anstatt lange und oft fabelhafte Erzählungen von Heiligen und Märtyrern, Wundern, Passagen aus philosophischen Werken … predigten diese Männer die Bibel.“[2] Sie liebten ihre Bibel. Sie vertieften sich im persönlichen Studium immer weiter in sie hinein. Auf der Kanzel dann schlugen sie das Wort Gottes auf und ließen die Texte der Heiligen Schrift sprechen. Sie erklärten, legten aus und proklamierten die Wahrheiten Gottes. Dabei erlebten sie, wie das Wort Gottes „lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ ist und bis in das Innerste hineindringt (Hebräer 4,12).

Sie predigten, wie auch Petrus es tat. Seine Pfingstpredigt zum Beispiel war ganz und gar von der Bibel durchtränkt. Immer und immer wieder nahm er Bezug auf biblische Texte. Er zitierte zum Beispiel aus Joel 3, aus Psalm 16 und Psalm 110. Das Wort Gottes war Grundlage seiner Rede. Seine Predigt war expositorisch, d. h. er legte die Schrift aus. Er stand nicht auf und tat seine persönliche Meinung über gesellschaftliche Entwicklungen kund. Er wollte auch nicht seinen Zuhörern gefallen. Er redete ihnen nicht nach dem Mund, sondern führte sie direkt und ohne Umwege zu Gottes Wort. Dabei nahm er kein Blatt vor den Mund, sondern konfrontierte sie mit ihrer großen Schuld vor Gott. Er zeigte ihnen auf, dass sie alle am Tod Jesu Christi schuldig geworden waren. Aber dann rief er ihnen zu, dass jeder, der den Namen des Herrn Jesus anruft, errettet wird (Apostelgeschichte 2,21-22). Als die Zuhörer das hörten, „drang es ihnen durchs Herz“ (Vers 37). Und nachdem sie Buße getan hatten und sich hatten taufen lassen, wurden 3000 Menschen der Gemeinde hinzugetan (Verse 38-41).

Liebe Freunde der Arche, lasst uns nicht das Vertrauen in die Kraft des Wortes verlieren. Die Bibel ist und die Bibel bleibt Grundlage erwecklicher Predigt. Dies war bei den Aposteln so und dies war auch das Erkennungszeichen der Reformation. Möge die Hingabe zur Bibel unsere Herzen neu entfachen, damit ihr Evangelium noch viele Herzen erreicht und errettet!

Nicht aus Werken, sondern aus Gnade

Mit dem Eifer für das Wort Gottes stellte sich auch eine Wiederentdeckung der Gnadenlehren ein. Die Lehre von der göttlichen Souveränität bei der Erlösung eines Menschen war damals vollkommen verschwunden. Sie wurde durch die falsche Lehre von der Gerechtigkeit aus Werken ersetzt, was die Menschen furchtbar knechtete. Als man aber wieder die biblische Gnadenlehre erfasste, wurde sie von allen Reformatoren verkündigt und so zu einem Leitspruch der Reformbewegung: Sola Gratia – aus Gnade allein!

Martin Luther wäre zuvor ja beinahe an der Gerechtigkeit Gottes verzweifelt – bis er schließlich erkannte, dass er mit seinen noch so gut gemeinten Werken vor Gott nicht bestehen konnte. Als er auf der einen Seite seine Unzulänglichkeit und auf der anderen Seite Gottes Heiligkeit sah, schrieb er: „Ich liebte Ihn nicht, nein! Ich hasste Ihn, den gerechten Gott, der Sünder bestraft.“[3] In seiner Seele tobte ein Kampf, bis das göttliche Licht sein verdunkeltes Herz erleuchtete. Er las zum wiederholten Mal Römer 1, 17, wo es heißt: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Luther verstand plötzlich, dass allein der Glaube rettet, der einem verlorenen Sünder geschenkt wird. Er schrieb Folgendes: „Durch die Gnade Gottes habe ich, während ich Tag und Nacht darüber nachsann, endlich den Kontext dieser Worte betrachtet, der da lautet: ‚Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben.‘ Da begann ich plötzlich zu begreifen, dass die Gerechtigkeit Gottes darin besteht, dass der Gerechte durch ein Geschenk Gottes lebt, nämlich allein durch den Glauben. … Da fühlte ich mich plötzlich wie neugeboren, und es war mir, als ob ich das Paradies durch geöffnete Türen betreten hatte.“[4]
Vor 500 Jahren breitete sich die protestantische Bewegung über Europa aus. Heute, ein halbes Jahrtausend später, brauchen wir eine erneute Reformation. Wir benötigen eine geistliche Erweckung, die uns zurück zum Wort Gottes führt, der Predigt einen neuen Stellenwert verleiht und die Lehren der Gnade wiederentdeckt. Unser Wunsch und ernstes Gebet ist es, dass Gott auch die Arbeit der Arche benutzen möge, um einen kleinen Beitrag zu einer geistlichen Erneuerung in Deutschland und darüber hinaus zu leisten.

 Das Wort tat alles

Das Wort Gottes hat nicht nur Kraft, ganze Länder und Kontinente zu verändern, sondern auch unser persönliches Leben. Zu Beginn des neuen Jahres möchte ich alle Leser ermutigen, dem Herrn und Seinem Wort zu vertrauen. Auch wenn wir nicht wissen, wie das Jahr verlaufen wird, bleibt Gott dennoch derselbe. Er wird auch Euch in 2017 Kraft und Stärke durch Sein Wort schenken, denn „dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, Herr, Gott Zebaoth“ (Jeremia 15,16).

Rückblickend auf sein Leben und Dienst sagte Martin Luther dies: „Ich habe schlichtweg Gottes Wort gelehrt, gepredigt und aufgeschrieben; sonst habe ich nichts getan. Und während ich schlief, nahm das Wort dem Papsttum alle Macht, wie es noch kein Prinz oder Befehlshaber je zuvor geschafft hat. Ich tat also nichts; das Wort tat alles.“[5] Das Wort tat alles. So möge es sein und so wird es sein!

Christian Wegert

Dieser Artikel ist in der Januar Ausgabe 2017 der Taube (kann hier kostenlos bestellt werden), dem monatlichen Nachrichtenblatt der Arche, erschienen.

[1] Steven J. Lawson, „Der standhafte Prediger Martin Luther“, 2014, 3L-Verlag, Seite 45.;
[2] Ebda. Seite 13.; [3] Ebda. Seite 30.; [4] Ebda. Seite 31. [5] Ebda. Seite 36.